Sylke Saischowa
traditionelles und modernes Kartenlegen
Die Karten



Was ist das (oder auch der) Tarot?


Nun, in erster Linie ist es ein Kartenspiel, ein Verwandter unseres Skat-bzw Romméblattes.
Erste Tarotdecks tauchten im Mittelalter auf, es waren handgemalte Kunstwerke, die für italienische Adelshäuser geschaffen wurden.

Die Geschichte der "Tarocchi"-Karten ist wechselhaft und mythengetränkt, es wurde und wird ebensoviel hineingeheimnisst wie herausgelesen.
Große Okkultisten wie Antoine Court de Gébelin, Eliphas Lévi und nicht zuletzt der von ihm geprägte "Hermetic Order of the Golden Dawn" verhalfen dem Tarot  zu seiner Bedeutung als Hüter esoterischen Wissens und Initiationsweg.

In ihm vereinen sich altes Wissen der Numerologie, der Kabbalah, der Alchemie, der Astrologie und anderer okkulter Wissenschaften.
Jede Karte ist ein Gefäß, angefüllt mit der Weisheit vieler Jahrhunderte und doch bleibt das Legen und Deuten ein lebendiger, sich stetig wandelner Prozeß.
Kein System, kein Ritual, keine Bedeutung sind festgemauert in Stein, sondern zeigen ihre vielen Facetten mit den Jahren gesammelter Erfahrung.
Deshalb gibt es keine "letzte", "entgültige" Bedeutung der einzelnen Karte.
Alles bleibt frisch, neu...jede Tarotsitzung ist geprägt von der Einmaligkeit dieses Moments.

Eine fruchtbare Tarotsitzung ist immer ein Gespräch-sei es zwischen dem Tarotdeuter und seinen Karten oder zwischen diesen Beiden und dem Fragendem.

Die Karten sind Pfade der Selbsterkenntnis...
In der Begegnung mit den Kartenbildern werden innere Motive klarer, werden Emotionen hochgespült und ein unverstellter Blick auf zukünftige Möglichkeiten und Tendenzen
sichtbar.

Das hat übrigens relativ wenig mit dem zu tun, was der Durchschnittsbürger unter "Kartenlegen" versteht. Es geht NICHT darum, eine festgeschriebene Zukunft vorherzusagen, sondern um Erkenntnis des Inneren Weges. Die dann natürlich Einfluß auf den äußeren hat, jedoch nicht als unverrückbares Schicksal. Es geht um Meisterung deines Schicksals, nicht um banges Harren auf prophezeites Unglück ;-)

Bild: "Die Sonne" aus dem Thoth Tarot

Lenormand




Ich verwende für die eher "traditionelle" Kartenlegerei die sogenannten "Kleinen Lenormandkarten".

Das ist ein Orakel-Set, bestehend aus 36 Karten mit Darstellungen wie Reiter, Schlüssel, Herz. Aus der Kombination und Lage der einzelnen Karten werden Rückschlüsse aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Fragenden geschlossen.

Benannt wurden sie nach der französischen Seherin und Kartenlegerin Marie Anne Adélaide Lenormand (1772-1843), welche in ihrer Zeit eine berühmte und äußerst treffsichere Wahrsagerin war. Zahlreiche prominente Persönlichkeiten sollen sich unter ihren Klienten befunden haben, wie die französische Kaiserin Joséphine oder Alexander I., Kaiser von Russland.

Ihrer Popularität und dem weitreichendem Ruf ist es zu verdanken, dass in Folge beinahe jedes Orakeldeck den Namen der berühmten Hellseherin trug, also eine Art früher Marketingkniff.

Die "Kleinen Lenormandkarten" entstanden in der Zeit des Biedermeier und stellen in ihren Bildern die damals herrschenden Lebensverhältnisse dar.

So bringt der Reiter frohe Kunde aus der Ferne und tut das in der neuzeitlichen Kartenlegerei immer noch! ;-)

Allerdings sind viele weitere Bedeutungsebenen dazugekommen, so das der Reiter-und alle anderen Symbole-weit mehr über die Situation des Fragenden aussagen, als es vordergründig vom Bild abzuleiten wäre.

 

Einige meiner Orakel-Decks findet ihr unter "Orakel".


*Bild: "Herz" aus dem Lenormanddeck von P.Batista "Le vieux jour"

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